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Welche Versicherungsanforderungen muss Ihr Sicherheitssystem erfüllen?

Versicherer legen konkrete Sicherheitsanforderungen für Unternehmen fest, bevor sie eine Police ausstellen oder eine Auszahlung leisten. Diese Anforderungen konzentrieren sich auf die physische Zugangssicherung, Videoüberwachung, Alarmsysteme und Zugangskontrolle. Die genauen Bedingungen variieren je nach Versicherer, Branche und dem Risikoprofil Ihres Unternehmens. Wenn Sie Fragen zu den Anforderungen in Ihrer Situation haben, können Sie sich jederzeit an uns wenden. Kontakt mit einem Sicherheitsspezialisten, der Ihnen weiterhilft.

Welche Sicherheitsmaßnahmen fordern Versicherer?

Versicherer verlangen üblicherweise eine Kombination aus Einbruchmeldeanlagen, Videoüberwachung, ausreichenden Schlössern und einer zertifizierten Alarmanlage mit Anbindung an eine Notrufzentrale. Die genauen Maßnahmen sind in den Versicherungsbedingungen beschrieben und hängen vom Versicherungswert und dem Risikoprofil Ihres Standorts ab.

In der Praxis sind folgende Anforderungen am häufigsten:

  • Zertifiziertes Alarmsystem mit Benachrichtigung einer anerkannten privaten Alarmzentrale
  • Einbruchsichere Beschläge die eine Mindestwiderstandsklasse erfüllt
  • Videoüberwachung das Eingänge, Ausgänge und kritische Bereiche umfasst.
  • Zugangskontrolle wodurch unbefugter Zugriff auf sensible Bereiche verhindert wird
  • Sichere Aufbewahrung für Wertgegenstände oder Bargeld über einem bestimmten Schwellenwert

Versicherer stützen diese Anforderungen auf Risikoklassifizierungen. Eine höhere Versicherungssumme oder ein Standort in einem Hochrisikogebiet führen fast immer zu strengeren Bedingungen. Daher ist es ratsam, die Versicherungsbedingungen sorgfältig zu lesen und mit Ihrem aktuellen Sicherheitsniveau zu vergleichen, bevor Sie eine Police unterzeichnen.

Was passiert, wenn Ihre Sicherheitsvorkehrungen die Anforderungen nicht erfüllen?

Entspricht Ihre Versicherung nicht den Versicherungsbedingungen, kann der Versicherer im Schadensfall die Auszahlung verweigern oder erheblich kürzen. In schwerwiegenden Fällen kann der Versicherer die Police sogar für ungültig erklären, was bedeutet, dass Sie für diesen Schaden nie versichert waren.

Die Folgen sind konkret und können weitreichend sein:

  • Teilnutzen: Der Versicherer zahlt nur einen Teil des Schadens aufgrund von Mitverschulden oder Mitschuld.
  • Vollständige Verweigerung: im Falle grober Fahrlässigkeit oder vorsätzlicher Nichteinhaltung der Versicherungsbedingungen
  • Stornierung der Versicherung: Der Versicherer kündigt den Vertrag nach Eingang einer Schadensmeldung.
  • Höhere Prämie: Bei einer Vertragsverlängerung kann ein erhöhtes Risiko zu einer höheren Jahresprämie führen.

Viele Unternehmen erkennen dies erst im Moment eines Einbruchs oder Brandes. Dann ist es zu spät, die Anforderungen noch zu erfüllen. Regelmäßige Überprüfungen Ihrer Sicherheitslage sind daher kein Luxus, sondern eine geschäftliche Notwendigkeit.

Wie unterscheiden sich die Sicherheitsanforderungen je nach Unternehmenstyp?

Die Sicherheitsanforderungen von Versicherern variieren je nach Branche erheblich und hängen von der Art der Geschäftstätigkeit, dem Wert der vorhandenen Vermögenswerte und der öffentlichen Zugänglichkeit des Standorts ab. Ein Juwelier hat beispielsweise andere Verpflichtungen als ein Bürogebäude oder ein Produktionsunternehmen.

Versicherer verwenden typischerweise Risikokategorien, die das erforderliche Sicherheitsniveau bestimmen:

  • Einzelhändler und Juweliere: strenge Anforderungen an sichere Lagerung, Alarmklasse, Videoüberwachung und manchmal auch Sicherheitspersonal außerhalb der Öffnungszeiten
  • Büros und Dienstleister: Schwerpunkt auf Zugangskontrolle, Einbruchserkennung und Sicherheit von Serverräumen oder Archiven
  • Produktion und Logistik: Schwerpunkt auf Perimetersicherheit, Videoüberwachung von Be- und Entladezonen und Fahrzeugsicherheit
  • Gastgewerbe und Veranstaltungen: Anforderungen an die sichere Lagerung des Tagesumsatzes und die Sicherheit während der Schließzeiten

Neben der Branche spielt auch der Standort eine Rolle. Unternehmen in Gebieten mit höherem Einbruchsrisiko unterliegen in der Regel zusätzlichen Auflagen. Fragen Sie Ihren Versicherer immer, in welche Risikokategorie Ihr Unternehmen fällt und welche Mindestanforderungen gelten.

Welche Zertifizierungen oder Standards akzeptieren Versicherer als Nachweis?

Versicherer akzeptieren in der Regel Installationen und Systeme, die anerkannten niederländischen und europäischen Normen entsprechen, als Nachweis für ausreichende Sicherheit. Am häufigsten werden die Zertifizierungen von SKG, KIWA und VdS für Schlösser, Scharniere und Alarmanlagen sowie die NEN-Normen für Installationen anerkannt.

Die relevantesten Zertifizierungen und Standards sind:

  • SKG-Zertifizierung: für Scharniere und Schlösser, unterteilt in Widerstandsklassen, die angeben, wie lange ein Schloss einem Einbruch widersteht.
  • BORG-Zertifizierung: für Sicherheitsunternehmen und Installateure, die Alarmsysteme installieren und warten
  • NEN 2678 und NEN 50131: Normen für Einbruchmeldesysteme und deren Installation
  • Qualitätssiegel für sicheres Wohnen oder Arbeiten: ein integriertes Gütesiegel, das mehrere Sicherheitsaspekte vereint
  • ISO 27001: relevant für Unternehmen, in denen digitale Sicherheit und physische Zutrittskontrolle zusammenlaufen

Es empfiehlt sich, beim Kauf oder der Installation von Sicherheitssystemen stets die dazugehörigen Zertifikate anzufordern. Bewahren Sie diese Unterlagen sorgfältig auf, da der Versicherer sie im Schadensfall als Nachweis dafür verlangen kann, dass Sie die Versicherungsbedingungen zum Zeitpunkt des Schadens eingehalten haben.

Wie können Sie überprüfen, ob Ihre aktuelle Sicherheitsvorkehrung ausreichend versichert ist?

Sie prüfen, ob Ihre aktuellen Sicherheitsvorkehrungen den Versicherungsanforderungen entsprechen, indem Sie die Versicherungsbedingungen mit Ihrer tatsächlichen Sicherheitslage vergleichen. Vergleichen Sie Punkt für Punkt, welche Maßnahmen erforderlich sind und welche Sie tatsächlich umgesetzt und dokumentiert haben.

Ein praktischer Ansatz besteht aus folgenden Schritten:

  1. Lesen Sie die Versicherungsbedingungen sorgfältig durch: Suchen Sie gezielt nach den Abschnitten zu Prävention, Sicherheit und Selbstbeteiligung bei Fahrlässigkeit.
  2. Erstellen Sie eine Bestandsaufnahme Ihrer aktuellen Maßnahmen: Erstellen Sie eine Liste aller vorhandenen Sicherheitssysteme, einschließlich Marke, Typ und Zertifizierung.
  3. Prüfen Sie die Zertifikate: Wurden alle Installationen von einem BORG-zertifizierten Unternehmen durchgeführt und entsprechen sie den erforderlichen Standards?
  4. Beurteilen Sie die Zugangskontrolle: Ist klar, wer Zugang zu welchen Räumen hat, und werden die Zugangsrechte regelmäßig aktualisiert?
  5. Fordern Sie eine Sicherheitsprüfung an: Ein professionelles Sicherheitsunternehmen kann Ihren Standort anhand gängiger Versicherungsanforderungen prüfen.

Die Zutrittskontrolle wird insbesondere von vielen Unternehmen unterschätzt. Versicherer prüfen zunehmend nicht nur physische Schlösser, sondern auch, wer wann Zutritt hatte und ob dies nachweisbar ist. Ein gut konzipiertes Zutrittsmanagementsystem bietet die notwendige Protokollierung und Kontrolle hierfür.

Sind Sie sich unsicher, ob Ihre Sicherheitsvorkehrungen in Ordnung sind, oder wünschen Sie eine professionelle Einschätzung Ihrer Situation? Kontaktieren Sie uns Kontaktieren Sie Sellox für ein unverbindliches Beratungsgespräch.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich meinen Versicherer aktiv informieren, wenn ich meine Sicherheitsvorkehrungen ändere oder erweitere?

Ja, Sie sind verpflichtet, Ihren Versicherer über wesentliche Änderungen Ihrer Sicherheitslage zu informieren, sowohl über Verbesserungen als auch über Verschlechterungen. Wenn Sie beispielsweise eine Alarmanlage entfernen oder die Zugangsstruktur ändern, kann dies Auswirkungen auf Ihren Versicherungsschutz haben. Informieren Sie Ihren Versicherer über jede relevante Änderung und lassen Sie sich schriftlich bestätigen, dass Ihre Police unter den neuen Umständen weiterhin gültig ist.

Wie oft muss ich meine Sicherheitssysteme warten lassen, um die Versicherungsbedingungen weiterhin zu erfüllen?

Die meisten Versicherer verlangen, dass zertifizierte Sicherheitssysteme mindestens einmal jährlich von einem BORG-zertifizierten Unternehmen geprüft und gewartet werden. Dies gilt insbesondere für Alarmanlagen und Zutrittskontrollsysteme. Bewahren Sie die Wartungsberichte stets auf, da der Versicherer im Schadensfall einen Nachweis über die regelmäßige Wartung verlangen kann.

Was ist der häufigste Fehler, den Unternehmen beim Abschluss einer Sicherheitsversicherung begehen?

Der häufigste Fehler ist der Abschluss einer Versicherung, ohne die Versicherungsbedingungen gründlich zu lesen und mit der bestehenden Situation abzugleichen. Viele Unternehmen gehen fälschlicherweise davon aus, dass ihre aktuelle Sicherheitslage ausreichend ist, ohne dies anhand der Versicherungsbedingungen zu überprüfen. Ein weiterer häufiger Fehler ist die mangelnde Dokumentation, beispielsweise von Zertifikaten und Wartungsberichten. Dadurch kann im Schadensfall nicht nachgewiesen werden, dass die Anforderungen erfüllt wurden.

Kann ich als Mieter von Gewerberäumen für die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen haftbar gemacht werden, oder liegt die Verantwortung dafür beim Vermieter?

Als Mieter sind Sie für die Sicherheit Ihres Geschäftsbetriebs, Ihres Warenbestands und Ihrer Güter verantwortlich, unabhängig vom Eigentümer des Gebäudes. Der Vermieter ist in der Regel für die grundlegende Sicherheit des Gebäudes selbst zuständig, die zusätzlichen Anforderungen Ihrer Betriebshaftpflichtversicherung fallen jedoch in Ihre Verantwortung. Legen Sie im Mietvertrag klar fest, wer für welche Sicherheitsmaßnahmen verantwortlich ist, um im Schadensfall Unklarheiten hinsichtlich der Haftung zu vermeiden.

Gilt für mein Unternehmen das gleiche Sicherheitsniveau, wenn ich an mehreren Standorten tätig bin?

Nicht unbedingt: Jeder Standort wird von Versicherern individuell anhand seines Risikoprofils bewertet, beispielsweise der vorhandenen Güter, des Einbruchrisikos in der Gegend und der Art der dortigen Aktivitäten. Es ist möglich, dass für eine Filiale strengere Anforderungen gelten als für eine andere. Prüfen Sie die Versicherungsbedingungen für jeden Standort und stellen Sie sicher, dass jede Filiale die festgelegten Mindestanforderungen erfüllt.

Was kann ich tun, wenn mein Versicherer Anforderungen stellt, die ich entweder technisch oder finanziell nur schwer erfüllen kann?

Kontaktieren Sie in diesem Fall umgehend Ihren Versicherer, um zu besprechen, welche Alternativen oder vorübergehenden Maßnahmen akzeptabel sind. Einige Versicherer bieten die Möglichkeit, einen Umsetzungsplan einzureichen, in dem Sie Schritt für Schritt darlegen, wie Sie die Anforderungen erfüllen werden. Ziehen Sie außerdem einen unabhängigen Sicherheitsexperten zu Rate, der Ihnen helfen kann, kostengünstige Lösungen zu finden, die dennoch die festgelegten Standards erfüllen.

Zählt digitale Sicherheit, wie z. B. Cybersicherheit, zu den Sicherheitsanforderungen einer Unternehmensversicherung?

Dies gilt zunehmend, insbesondere für Unternehmen, in denen physischer und digitaler Zugriff eng miteinander verknüpft sind, beispielsweise bei cloudbasierten Zutrittskontrollsystemen oder Serverräumen. Einige Versicherer fordern im Rahmen der physischen Sicherheitsvorkehrungen zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für den digitalen Zugriff sowie die Protokollierung. Für einen umfassenden Cyberschutz ist in der Regel eine separate Cyberversicherung erforderlich. Besprechen Sie mit Ihrem Versicherer, wie sich die beiden Policen ergänzen, um Deckungslücken zu vermeiden.